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Dispokredite - Verbraucher zahlen 1 Milliarde Euro zu viel Zinsen

07.04.2009

Bereits zwei Mal hat die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr die Leitzinsen massiv gesenkt. Lag der Zentralbankzins zu Jahresbeginn noch bei 2,5 Prozent, beträgt er seit der Zinssenkung im März nur noch 1,5 Prozent. In ähnlichem Maß ist auch der sogenannte Eonia-Index (Euro Overnight Index Average) zurückgegangen, der den Marktzins für kurzfristige Anlage- und Kreditgeschäfte im Bankensektor abbildet und im Verlauf des Monats März zeitweise sogar knapp unter die 1-Prozent-Marke rutschte.

Weil der Eonia-Index bei vielen Banken auch als Maßstab für die Gestaltung der variablen Anlage- und Kreditzinskonditionen dient, hat sich damit auch für Verbraucher die Zinslandschaft verändert. Allerdings haben viele Kreditinstitute zu Lasten ihrer Kunden gehandelt: Während die Konditionen für Tagesgeldanlagen auf breiter Front nach unten korrigiert wurden, wurden vielerorts die Zinsen für Dispokredite auf dem Girokonto kaum ober überhaupt nicht angepasst. So zeigt der von dem bankenunabhängigen Finanzberater Max Herbst herausgegebene FMH-Index bei den durchschnittlichen Dispozinsen seit Jahresbeginn nur einen minimalen Rückgang um 0,3 Prozentpunkte auf 12,03 Prozent. Damit liegen die Dispozinsen trotz der niedrigsten Leitzinsen in der Euro-Geschichte einen Prozentpunkt höher als Mitte 2005. Bei dem von der Bundesbank ausgewiesenen Bestand an privaten Dispo- und Überziehungskrediten von rund 47 Milliarden Euro bedeutet dies auf Basis des FMH-Durchschnittszinses, dass Verbraucher pro Jahr rund 5,65 Milliarden Euro an Dispozinsen zahlen.

Die Spanne zwischen günstigen und teuren Banken klafft jedoch weit auseinander und reicht von weniger als 10 Prozent bis zu 14,50 Prozent. Würden Verbraucher konsequent nur dort einen Dispokredit in Anspruch nehmen, wo die Bank weniger als 10 Prozent Zins verlangt, könnten jährlich Zinsen in Höhe von 1 Milliarde Euro eingespart werden. Dafür ist nicht einmal der Wechsel der kontoführenden Bank erforderlich, wenn der Dispokredit auf einen sogenannten Abrufkredit ausgelagert wird. Diese Kredite werden als eigenständiger Rahmenkredit angeboten, der innerhalb des vereinbarten Limits flexibel in Anspruch genommen und getilgt werden kann. Selbst im Vergleich zu günstigen Dispokrediten sind solche Abrufkredite oftmals noch deutlich billiger, sodass mit der Auslagerung der Disposchulden besonders viel Geld gespart werden kann.

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