 | VuV-Stimmungsbarometer: Unabhängige Vermögensverwalter favorisieren risikoarme Anlagen
 19.02.2009 | - Gute Anlagechancen für Unternehmensanleihen, Standardaktien und Rohstoffe prognostiziert
- Knapp 50 Prozent der VuV-Mitglieder verzeichnen mehr Anfragen von Neukunden
Die Börsen haben ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht, doch bereits jetzt bestehen vereinzelt gute Anlageoptionen. Gerade Anlagen in Unternehmensanleihen, Standardaktien und Rohstoffe böten 2009 gute Renditechancen. Diese Assetklassen seien risikoreicheren derzeit vorzuziehen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV), an der 78 Finanzexperten teilnahmen. "Das diesjährige VuV-Stimmungsbarometer zeigt, dass unabhängige Vermögensverwalter hinsichtlich der Investitionen derzeit noch vorsichtig sind", so Günter T. Schlösser, Vorsitzender des Vorstandes des VuV. Begründet läge dies im extremen Ausmaß der derzeitigen Finanzmarktkrise. "Die Mehrheit der VuV-Mitglieder sieht jedoch vereinzelt bereits gute Chancen für Neuinvestitionen."
Die Finanzmarktkrise und ihre Folgen
Die Börsen haben ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht. Das meinen übereinstimmend knapp 79 Prozent der VuV-Mitglieder. Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) sind zudem der Meinung, dass sich die Situation an den Finanzmärkten erst Anfang 2010 wieder normalisiert haben werde. Lediglich 24 Prozent gehen davon aus, dass eine Normalisierung bereits Mitte 2009 erfolgt sein wird. 57 Prozent der Finanzexperten empfehlen dennoch, bereits jetzt wieder neu an den Börsen zu investieren, um von den günstigen Preisen zu profitieren. Rund zwei Drittel der Befragten sehen als eine Hauptursache für die Finanzmarktkrise die "Gier". Circa jeweils 40 Prozent benennen zudem "Mangelnde Kontrolle (schlechte Aufsicht)", "Schulden" bzw. "Falsche Bonussysteme" als Auslöser der Krise (Mehrfachnennungen möglich). Auf die Frage, ob die Vermögensverwalter selbst in den vergangenen Monaten mehr Anfragen von Neukunden zu verzeichnen hätten, antworten 46 Prozent der Befragten mit Ja. "Die Gründe hierfür sind zum einen in der großen Verunsicherung der Kunden, aber sicher auch im stark gesunkenen Vertrauen der Kunden gegenüber Banken zu suchen", so Schlösser. Gerade jetzt nähmen die Kunden die Vorteile unabhängiger Vermögensverwalter deutlich wahr.
Assetklassen, Branchen und Regionen
Auf Sicht von zwölf Monaten sollten Anleger nach mehrheitlicher Meinung der unabhängigen Vermögensverwalter auf jeden Fall in Aktien (besonders Standardwerte) und Unternehmensanleihen investieren. Von Engagements in risikoreichere bzw. alternative Anlageklassen raten die Experten ab: Für Private Equity und Hedge Fonds prognostizieren die Befragten überwiegend eine negative Entwicklung (80 bzw. 82 Prozent). Auch von Investitionen in Zertifikate wird überwiegend abgeraten (69 Prozent).
Die besten Rendite/Risiko-Chancen bestehen nach Meinung von 41 Prozent der Befragten bei der Assetklasse Aktien (insbesondere Standardwerte), für 34 Prozent bei Unternehmensanleihen (insbesondere Investment Grade) und für 25 Prozent bei Rohstoffen (insbesondere Gold und Öl) (Mehrfachnennungen möglich). | | |