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Höhere Anlagegewinne dank gegen Null tendierender Teuerungsrate

02.06.2009
ING-DiBa
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Wer sein Geld mit variabler Verzinsung – beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto – angelegt hat, musste aufgrund der nach den Leitzinsbeschlüssen der Europäischen Zentralbank stark gesunkenen Marktzinsen in den vergangenen Monaten Zinseinbußen hinnehmen. Dennoch haben Anleger Anlass zur Freude. Denn trotz geringerer Zinsen bleibt heute unterm Strich mehr Ertrag übrig als vor einem Jahr. Grund dafür ist die gestiegene Realverzinsung, die den in Kaufkraft ausgedrückten Anlagegewinn nach Abzug der Inflation darstellt.

So konnte im Mai 2008 ein Anleger zwar durchaus einen Jahreszins von 3,0 Prozent erzielen, doch lag die Inflationsrate bei ebenfalls 3,0 Prozent. Vereinfacht berechnet ergaben Zinsertrag und Kaufkraftverlust so in der Summe eine reale Nullverzinsung. Im April dieses Jahres hingegen lag die Inflationsrate bei nur noch 0,7 Prozent. Selbst bei einem halbierten Tagesgeldzins von 1,5 Prozent verblieb so immer noch ein realer jährlicher Zuwachs von 0,8 Prozent. Und für den Mai 2009 kündigen sich sogar noch deutlich bessere Zahlen an: Auf der Basis der Daten aus sechs Bundesländern hat das Statistische Bundesamt Ende Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar eine vorläufige Teuerungsrate von 0,0 Prozent ermittelt. Damit würde der Anlagezins in voller Höhe dem Realzins entsprechen.

Noch deutlicher zeigt sich die positive Realzinsentwicklung, wenn man die Steuerbelastung in die Betrachtung mit einbezieht. Musste ein Anleger mit bereits ausgeschöpftem Sparerfreibetrag etwa im vergangenen Jahr von den Zinserträgen Einkommenssteuer in Höhe des heutigen Abgeltungssteuersatzes von 25 Prozent zahlen, sah die Nach-Steuer-Betrachtung folgendermaßen aus: Vom Zinsertrag von 3,0 Prozent blieben netto nur 2,25 Prozent übrig. Und nach Abzug der Teuerungsrate (3,0 Prozent) wies die Kundenbilanz sogar ein reales Minus von 0,75 Prozent aus, das sich nach Abzug von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer noch weiter erhöhte. Positiv fällt dagegen das Ergebnis für den April dieses Jahres aus: Von 1,5 Prozent Zinsen blieben nach Zahlung der Abgeltungssteuer noch knapp 1,13 Prozent übrig. Und auch nach Abzug der Teuerungsrate lag die reale Verzinsung mit rund 0,43 Prozent im Plus. Bestätigt sich die für den Mai prognostizierte Null-Inflation, würden aktuell nach Steuerabzug sogar volle 1,13 Prozent als Kaufkraftzuwachs beim Kunden landen.

Fazit: Erfreulicherweise bleibt derzeit trotz stark gesunkener Zinsen vom Anlageertrag in der Haushaltskasse deutlich mehr als noch vor einem Jahr hängen – selbst nachdem Inflation und Fiskus zugelangt haben.

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